Die Personenversicherungen

In diesem Bereich gibt es drei verschiedene Versicherungszweige:

Diese Sparten bieten eine sinnvolle Ergänzung der durch die gesetzliche Sozialversicherung gegebenen Versorgungsleistungen. Gerade in dieser Hinsicht hat die Vertragsversicherung in Österreich einen anerkannt hohen Stellenwert. So bestehen etwa zehn Millionen Lebensversicherungsverträge. Diese Zahl übersteigt bei weitem jene der Einwohner unseres Landes. Drei von zehn Österreichern sind im Besitz einer privaten Krankenversicherung und knapp jeder Zweite ist privat unfallversichert.

Beim Abschluß eines Lebens- oder Unfallversicherungsvertrages ist die Wahl der Versicherungssumme von wesentlicher Bedeutung. Sie sollte wenigstens das monatliche Nettoeinkommen des Familienerhalters nach dessen Ableben(unter Berücksichtigung der Leistung durch die Sozialversicherung wie Witwen- und Waisenrenten) für die Angehörigen sichern. Ebenso sollte sie im Falle der dauernden Invalidität wenigstens die Einkommensbuße in Folge gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit ausgleichen.

Anders bei der Krankenversicherung. Hier sind objektiv feststellbare Leistungserfordernisse durch Arzthonorare, Pflegegebühren und Kosten für die Heilmittel und Heilbehelfe vorgegeben. Der Versicherer bietet daher bei Vertragsabschluss schon von sich aus meist Volldeckung.

Steuerbegünstigung

Die Lebensversicherung erfüllt durch die Bereitstellung langfristig gebundenen Kapitals eine wichtige volkswirtschaftliche und sozialpolitische Funktion. Beiträge zu Kapital- und Rentenversicherungen sind daher als Sonderausgaben im Sinn des § 18 EStG absetzbar wenn:

  • Eine Rentenversicherung mit einer auf Lebensdauer zahlbaren Rente oder
  • Eine Kapitalversicherung mit Rentenoptionsklausel für eine auf Lebensdauer zahlbare Rente vereinbart wurde.

Mit der Steuerreform 2000 wird nunmehr für Pensionszusatzversicherungen an Stelle der Begünstigten im Rahmen der Sonderausgaben eine staatliche Förderung in Form einer Prämie gewährt.

Leistungen aus Kapitallebensversicherungen sind grundsätzlich steuerfrei; Rentenleistungen bleiben solange steuerfrei, als sie den im Bewertungsgesetz angegebenen Barwert nicht übersteigen. Mit der Steuerreform 2000 wird für Renten aus prämiengeförderten Pensionszusatzversicherungen eine gänzliche Steuerfreiheit normiert.

Die Prämie für Unfall- und Krankenversicherungen können uneingeschenkt als Sonderabgaben einkommensteuermindernd geltend gemacht werden.


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Lebensversicherung

Der Versicherer verpflichtet sich, zu einem gewissen Zeitpunkt(=Versicherungsfall; zB Ableben oder Erreichen eines bestimmten Alters der versicherten Person) die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme an den Begünstigten auszuzahlen. Zusätzlich zur Versicherungssumme wird die - im Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses nur geschätzte - Gewinnbeteiligung ausbezahlt.

Mit einer Lebensversicherung kann Vorsorge für des eigene Alter getroffen bzw. für Hinterbliebene der gewohnte Lebensstandard gesichert werden. Der Versicherungsschutz beginnt im Regelfall mit dem in der Polizze bezeichneten Tag und endet zum vereinbarten Ablauftermin (im Erlebensfall) oder bei frührem Ableben des Versicherten.

Leistungseinschränkungen und Leistungsausschlüsse

Die Versicherungsleistung wird nicht, oder nicht im vollen Ausmaß erbracht, wenn die versicherte Person bei Antragstellung die Fragen nach seiner Gesundheit, nach Berufs- und Freizeitgefahren unvollständig oder falsch beantwortet hat. Ebenso, wenn das Ableben als Folge auß0erordentlicher Gefahren eingetreten ist (zB Teilnahme an sportlichen Wettfahrten bzw. am Training dazu), sowie bei Benützung bestimmter Fluggeräte (wie zB Hängegleitern, Segelflieger; die Benutzung von Flugzeugen zur Personenbeförderung ist jedoch vom Versicherungsschutz umfasst) und Teilnahme an Unruhen, Aufständen oder Kriegshandlungen. Bei Selbstmord innerhalb der im Vertrag genannten Frist tritt ebenso eine Haftungseinschränkung ein, wie bei Prämienrückstand nach Ablauf der Mahnfrist.

In all diesen Fällen wird der Versicherer zwar nicht gänzlich leistungsfrei, schuldet jedoch bei Eintritt des Versicherungsfalles nur den Rückkaufswert (siehe auch Prämienfreistellung).

Versicherungsteuer, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer

Für Lebensversicherungsprämien gilt grundsätzlich eine Versicherungssteuer von vier Prozent. Einmalerlagszahlungen für eine Kapitalversicherung mit einer geringeren als zehnjährigen Laufzeit sind mit elf Prozent zu versteuern. Für prämiengeförderte Rentenversicherungen (Pensionszusatzversicherung) gilt ein Versicherungssteuersatz von 2,5 Prozent. Versicherungsleistungen, die nicht an den Versicherungsnehmer erbracht werden, unterliegen der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Ausgenommen von der Steuerpflicht sind Hinterbliebenen-Renten aus einer prämiengeförderten Rentenversicherung (Pensionszusatzversicherung).

Prämien

Die Prämien der Lebensversicherung sind Jahresprämien (monatliche, viertel- bzw. halbjährliche Zahlung ist möglich) oder einmalige Prämien (Einmalerlag) und richten sich nah der Höhe der Versicherungssumme, dem Alter und Geschlecht des Versicherten sowie der gewählten Versicherungsdauer.

Gewinnbeteiligung

Die eingezahlten Prämien werden zur Finanzierung der Ablebensfälle, der Kosten und zur Bildung von Rückstellungen für die künftig zu erbringende Versicherungsleistung verwendet. Aus diesen drei Quellen ist es dem Versicherer möglich, Gewinne zu erziele:

  • Zinsgewinn aus der Veranlagung der Prämie
  • Sterblichkeitsgewinn (für die ausbezahlten Todesfälle musste weniger aufgewendet werden als die errechneten und eingenommen Risikoprämien ausmachen)
  • Kostenersparnis durch sparsame Verwaltung

Mindestens 85 % diese Gewinnes müssen in Form der Gewinnbeteiligung an die Versicherten zurückfließen. Die Gewinnbeteiligung macht zu einem großen Teil die Attraktivität der Anlageform "Lebensversicherung" aus und liegt üblicherweise über der Rentabilität herkömmlicher Sparformen.

Prämienfreistellung und Kündigung

Der Versicherungsnehmer kann nach den ersten beiden Versicherungsjahren jederzeit für den Schluss des laufenden Versicherungsjahres die Umwandlung der Versicherung in eine prämienfreie Versicherung verlangen (Prämienfreistellung). Anstelle der vereinbarten Versicherungssumme tritt dann eine, aus den bisher einbazahlten prämien nach versicherungsmathematischen Grundlagen ermittelte, niedrigere Versicherungssumme, die im Versicherungsfall oder zum ursprünglich vereinbarten Ende der Laufzeit ausbezahlt wird. Wünscht der Versicherte die sofortige Beendigung des Vertrages, so steht ihm eine jederzeitiges Auflösungsrecht zu. Wird der Versicherungsvertrag vor Ende der vereinbarten Laufzeit gekündigt, so ist dies nicht nur mit dem Verlust des Versicherungsschutzes verbunden, sondern auch mit finanziellen Nachteilen. Der Wert, zu dem der Versicherer den Vertrag zurücknimmt (Rückkaufswert), entsteht erst nach einer gewissen Anlaufzeit (etwa ein Zehntel der Vertragsdauer). Er ist auch dann in der ersten Folgezeit shr gering und entspricht nicht der Summe der eingezahlten Prämien. Eine vereinfachte Berechnung ergibt, dass der Rückkaufswert unter Einbeziehung der Gewinnbeteiligung erst ab der Hälfte (bis zwei Drittel) der Versicherungsdauer der Summe der einbezahlten Prämien entspricht. Die Begründung liegt darin, dass der Versicherer vom Anbeginn den vollen Versicherungsschutz übernommen und auch das volle Todesfall-Risiko getragen hat.

 

Vertragsmöglichkeiten zur Lebensversicherung

Risikoversicherung (kurzfristige Ablebensversicherung)

Einziger Versicherungsfall ist das Ableben des Versicherten. Mit Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer erlischt die Versicherung jedoch vollständig, ohne das der Versicherer eine Leistung zu erbringen oder Prämienrückerstattung zu gewähren hat.

Risikoversicherungen werden häufig zur Besicherung von Krediten (Darlehen) abgeschlossen. Es wurden einige Sonderformen entwickelt, die den Tilgungsplänen der besicherten Kredite angepasst sind (zB Abnahmen der Versicherungssumme mit der sich verringernden Restschuld). Bezugsberechtigter ist der Kreditgeber.

Lebenslängliche Todesfallversicherung

Sie endet mit dem Ableben der versicherten Person, spätestens aber am Schluss des Versicherungsjahres, in das die Vollendung des 85. Lebensjahres fällt.

Rentenversicherung

Der Versicherer stellt bei Fälligkeit des Vertrages eine monatliche Rente zur Verfügung. Je nach vertraglicher Vereinbarung wird die Rente lebenslang oder nur für bestimmte Zeit bezahlt. Die Vereinbarung, nach dem Ableben des Versicherten an die Hinterbliebenen weiterhin eine Rente oder aber den restlichen Kapitalbetrag zu zahlen, ist möglich. Die Prämien können als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wenn eine lebenslange Rentenzahlung vereinbart ist. Die Steuerbegünstigung entfällt rückwirkend, wenn der Vertrag rückgekauft oder dem Versicherten statt einer lebenslangen Rente ein einmaliger Kapitalbetrag ausgezahlt wird.

Pensionszusatzversicherung

Mit der Steuerreform 2000 wurden neue Möglichkeiten der Altersvorsorge geschaffen. Sie sind durch staatliche Prämien von derzeit 3,5 Prozent, bezogen auf die jährliche Höchstanswparbeiträge von 1000 Euro (=13.760,-- ATS) gekennzeichnet. Die jährliche Förderung bertägt somi maximal 482,-- Schilling. Am Ende der vereinbarten Laufzeit wird eine lebenslange Rente gezahlt, die komplett steuerfrei ist. Die Höhe der Rente (Pension) richtet sich nach dem eingezahlten Kapital plus den staatlichen Prämien und den erwirtschafteten Kapitalerträgen der Versicherung. Weiters kann eine Überbrückungsrente (bei vorzeitigen Ausscheiden aus der Erwerbstätigkleit ab dem 50. Lebensjahr) und eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden, die gänzlich erbschaftssteuerfrei ist. Eine weitere steuerlich Nutzung als Sonderausgabe ist jedoch nicht vorgesehen.

Ab- und Erlebens-Versicherung

Diese Variante ist die wichtigste Versicherungsform. Sie stellt eine Kombination aus Versicherungsschutz und Kapitalaufbau dar. Die Versicherungssumme wird fällig, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb der vereinbarten Versicherungsdauer stirbt, oder wenn er den Ablauf der Laufzeit erlebt.

Diese Doppelfunktion garantiert die finanzielle Sicherstellung des Bezugsberechtigten (zB Ehegatten, Kinder) und Bereitstellung eines bestimmten Kapitals zu einem gewünschten Zeitpunkt (zB mit Erreichen des 60. bzw. 65. Lebensjahres bei Ausscheiden aus der aktiven Tätigkeit). Erlebens-Versicherung Versicherungsfall ist ausschließlich das Erleben des vertraglich vereinbarten Zeitpunktes durch den Versicherten. Bei Ableben des Versicherten erlischt die Versicherung. Dies hat zwei Vorteile: Finanzielle Sicherstellung der Angehörigen für den plötzlichen Ausfall des Ernährers und Bereitstellung eines Auf diese Weise wird eine Ergänzung zum staatlichen Pensionssystem geschaffen und die Beibehaltung des gewohnten Lebensstandards für die Familie gewährleistet.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung bietet Versicherungsleistungen im Ab- und Erlebensfall. Sie heißt fondsgebunden, da die Veranlagung in einem Investmentfonds in Form von Fondsanteilen erfolgt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Lebensversicherungen besteht die Möglichkeit, die Deckungsrückstellung in Investmentfonds mit - vom Versicherungsnehmer gewählter - unterschiedlicher Risikogewichtung zu investieren. Wobei zwischen Investmentfonds mit großem Anteil an Aktien und solchen mit überwiegend festverzinslichen Anleihen zu unterscheiden ist.

Diese Art der Veranlagung gibt dem Versicherungsnehmer die Möglichkeit, bei gleicher Versicherungssumme und Prämie eine höhere Gewinnbeteiligung als bei traditionellen Lebensversicherungen zu lukrieren. Aufgrund von Schwnkungen der Kapitalmärkte stellen fondsgebundene Lebensversicherungen ein gewisses Risiko dar, wobei jedoch jedenfalls die vereinbarte Versicherungssumme (Mindesttodfallsumme) zur Auszahlung gelangt.

Eine Sonderform der fondsgebundenen Lebensversicherung mit Veranlagung in einem internen Fonds. Hierbei erfolgt die Veranlagung in einem Anlagestock, der gesondert vom eigenen Vermögen verwaltet und überwiegend in Wertpapieren angelegt wir. Der Unterschied zur ersten Variante liegt darin, dass der Versicherer seinen "eigenen" Investmentfonds schaffen kann, und so unmittelbar Einfluss auf den Kursverlauf hat.

Termfix-Versicherung

Die Versicherungssumme wird an einem bestimmten Tag ausbezahlt, gleichgültig, ob der Versicherte diesen Tag erlebt oder nicht.

Hier haben wir zwei Sonderformen entwickelt:

  • Studiengeldversicherung (Ausbildungsversicherung)

Als Ablauf diese Versicherung (Termfix) wird der voraussichtliche Studienbeginn des Kindes gewählt. Das Kapital wird auch dann ausbezahlt, wenn der Versicherte diesen Zeitpunkt nicht erlebt oder der Bezugsberechtigte nicht studiert.

  • Aussteuerversicherung

Die Versicherungssumme wird am Hochzeitstag des versicherten Kindes fällig, wobei das Kind aber ein im Versicherungsvertrag vereinbartes Mindestalter erreicht haben muss. Heiratet das Kind nicht, dann wird die Versicherungsumme auf jeden Fall am Schlkuss jenes Versicherungsjahres fällig, in das die Vollendung des 25. Lebensjahes des Kindes fällt.

Stirbt die versicherte Person (Elternteil, Großelternteil) endet mit der nächsten Prämienfälligkeit die Prämienzahlung und die Versicherung wird prämienfrei gestellt. Mit Eintritt des Versicherungsfalles (Hochzeit oder Vollendung des 25. Lebensjahres) wird jedoch die volle Versicherungssumme plus Gewinnbeteiligung ausbezahlt.

Stirbt die bezugsberechtigte Person vor Eintritt des Versicherungsfalles, werden die Prämien ohne Verzinsung und abzüglich Nebenleistungen rückerstattet. (Wir bieten Ihnen aber auch Produkte an, wo im Ablebensfall die Prämien für Ihr Kind weiterbezahlt werden. Sodaß optimaler Versicherungsschutz für Ihr Kind gewährleistet ist.)

Das Höchstalter des Kindes zu Versicherungsbeginn ist 12 Jahre.

"Dread-Disease"-Versicherung

Versicherungsfall ist der Eintritt bestimmter schwerer Erkrankungen oder die vollständige Erwerbsunfähigkeit. Schwere Erkrankungen, die eine Auszahlung der Versicherungssumme bewirken, sind Herzinfarkt, Bypass-Operation, Krebs, Schlaganfall, Nierenversagen, Organtransplantation, Multiple Sklerose, Lähmungen (Paralegie und Tetraplegie) und Erblindung. Die "Dread-Disease"-Versicherung wird zumeist als Zusatzversicherung zu anderen Lebensversicherungen angeboten.

Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung

Versicherungsfall ist die voraussichtliche dauernde Berufsunfähigkeit in Folge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls der versicherten Person. Dieser Zustand tritt dann ein, wenn die Fähigkeiten der versicherten Person auf mehr als die Hälfte derjenigen eines Gesunden herabgesunken sind.


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Krankenversicherung

Der Versicherer verpflichtet sich, je nach vertraglicher Vereinbarung gegenüber der versicherten Person

  • zum Ersatz der Kosten, die durch medizinisch notwendige Heilbehandlung wegen Krankheit oder Unfallsfolgen sowie Entbindung entstanden sind.
  • zum Ersatz der Kosten der Zahnbehandlung
  • zur Leistung eines Tag- bzw. Krankengeldes oder
  • zur Übernahme der Kosten des Aufenthaltes in einem Pflegeheim

Während die gesetzliche Krankenversicherung in erster Linie soziale Ziele verfolgt, dient die private Krankenversicherung dem Einzelnen zur Sicherung darüber hinausgehender Interessen (Zusatzversicherung).

Die Leistungspflicht des Versicherten beginnt nach Annahme des Antrages, jedoch nicht vor dem in der Polizze angeführten Versicherungsbeginn und nicht vor Ablauf der im Vertrag vereinbarten Wartezeit.

Vertragsdauer, Kündigung

Zusatz-Krankenversicherungen gelten grundsätzlich auf unbestimmte Zeit. Der Versicherungsnehmer kann den Vertrag jährlich zum Ende des Versicherungsjahres mit dreimonatiger Kündigungsfrist oder bei Leistungsverminderung oder bei Prämienerhöhung kündigen. Eine Kündigung durch den Versicherer ist ebenfalls zum Ende jedes Versicherungsjahres - ausgenommen sind Einzelverträge über Spitalskostenversicherungen - und innerhalb der ersten drei Jahre im Fall schuldhafter Verletzung der Anzeigepflicht bei Antragsstellung (etwa Verschweigen einer bestehenden Krankheit) möglich.

Beitragsrückerstattung

Allfällige Überschüsse, die sich aus der Jahresabrechnung ergeben, werden vom Versicherer zum überwiegenden Teil in einem Fonds zur Prämienrückvergütung gesammelt und - von der Tarifgruppe verschieden - nach bestimmten Regeln an die Versicherten ausgezahlt oder dem Prämienkonto gutgeschrieben.

Geltungsbereich

Krankenversicherungen gelten sowohl im Inland als auch im Umfang der vereinbarten Leistungen in den EU. und EWR-Ländern. Aus manchen Tarifen werden weltweit Leistungen erbracht.

 

Vertragsmöglichkeiten zur Krankenversicherung

Spitalskostenversicherung

Die Versicherung der Kosten einer stationären Behandlung im Krankenhaus deckt die Aufenthalts- und Behandlungskosten (Operation, Bestrahlung, usw.) einschliesslich alles Nebenkosten und die Transportkosten zum und vom Krankenhaus. Für Entbindungen zu Hause wird meist ein Pauschalbetrag bezahlt. Die meisten Versicherer besitzen Verträge mit bestimmten Krankenhäusern, die eine direkte Verrechnung der Kosten ermöglichen (z.B. Scheckkartensystem) und den Versicherungsnehmer davon befreien, die anfallenden Kosten vorerst aus eigenen Mitteln vorzufinanzieren.

In den meisten Fällen dient die Spitalskostenversicherung zur Übernahme der Kosten für die Unterbringung in einem Zweibettzimmer der Sonderklasse, da die entstehenden Sonderklassegebühren vom jeweiligen Sozialversicherungsträger nicht übernommen werden. Dieser übernimmt nur die Kosten der Unterbringung und Behandlung in der allgemeinen Gebührenklasse.

Versicherung der Kosten ambulanter ärztlicher Behandlung

Dieser Tarif deckt die Kosten der ambulanten Heilbehandlung wie Honorare für praktische und Fachärzte, für Ordinantion und Hausbesuche. Weggebühren, Heilmittel (Mediakmente) und Heilbehelfe soweit diese nicht durch den jeweiligen Sozialversicherungsträger ersetzt werden.

Krankenhaus-Taggeldversicherung

Die Krankenhaus-Taggeldversicherung leistet für jeden Tag eines stationären Krankenhausaufenthaltes den vereinbarten Betrag ohne Rücksicht auf die tatsächlich entstehenden Kosten.

Krankengeldversicherung

Die Krankengeldversicherung leistet für jeden Tag der völligen Arbeitsunfähigkeit den vereinbarten Betrag, längstens für zusammen 364 Tage innerhalb dreier Versicherungsjahre.

Reisekrankenversicherung

Für alle EU-Länder bzw. Staaten des EWR und für alle Länder, mit denen Österreich ein zwischenstaatliches Abkommen über soziale Sicherheit geschlossen hat, werden vom jeweiligen Sozialversicherungsträger die gesamten Kosten der Heilbehandlung übernommen. In allen übrigen Staaten (z.B. Schweiz, Ungarn, USA) müssen die anfallenden Kosten vom Patienten bezahlt werden, wobei lediglich die im Inland für die in Anspruch genommene Behandlung geltende Vergütung nach dem Kassentarif ersetzt wird. Die Differenz zwischen Vergütung und tatsächlich angefallenen Kosten wird von der Reisekrankenversicherung abgedeckt.

Versicherung der Kosten von konservierender Zahnbehandlung und Zahnersatz

Diese Variante übernimmt die Kosten der Zahnbehandlung und auch des Zahnersatzes (Prothesen, Kronen, etc.). Bei den meisten Tarifen ist die jährliche Leistung ziffernmässig begrenzt und ein Selbstbehalt im Ausmass von bis zu 50% vorgesehen.


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Unfallversicherung

Die Unfallversicherung stellt nach einem Unfallereignis bestimmte Kapitalsummen bereit. Im Unterschied zur gesetzlichen Sozialversicherung erbringt die private Unfallversicherung Leistungen nicht nur bei Arbeitsunfällen, sondern auch bei Freizeit- und Sportunfällen (ca 81% aller Unfälle).

Als Unfall gilt jedes vom Willen des Versicherten unabhängige Ereignis, das plötzlich von aussen mechanisch oder chemisch auf seinen Körper einwirkt und eine körperliche Schädigung oder auch den Tod nach sich zieht.

Unter diesen Voraussetzungen gelten auch als Unfälle:

  • Ertrinken
  • Verrenkungen, Zerrungen, Zerreissungen (jedoch nicht der inneren Organe und Gefässe) in Folge plötzlicher Abweichung vom geplanten Bewegungsablauf
  • Verbrennungen, Verbrühungen, einwirkungen von Blitzschlägen oder elektrischen strom
  • Einatmen von Gasen oder Dämpfen, Einnehmen von giftigen oder ätzenden Stoffen, ausser wenn diese Einwirkungen allmählich erfolgen
  • Kinderlähmung und Zeckenbiss
  • Wundstarrkrampf und Tollwut in Folgfe eines Unfalls

Soweit nicht anders vereinbart ist, umfasst der Versicherungsschutz nicht Unfälle:

  • die sich bei Benützung bestimmter Luftfahrgeräte und Luftfahrzeuge (z.B. Fallschirmabsprung, Motorsegler, Paraglider) ereignen
  • bei sportlichen Wettfahrten und dazugehörigen Trainingsläufen
  • bei Versuch oder Begehung einer gerichtlich strafbaren Tat, für die Vorstz Tatbestandsmerkmal ist (z.B. Einbruchsdiebstahl)
  • bei unmittlebaren Zusammenhang mit Kriegereignissen und Unruhen, wenn der Versicherte zu den Unruhestiftern gehört
  • bei Einfluss ionisierender Strahlung sowie Kernenergie
  • die der Versicherte in Folge einer Bewusstseinsstörung erleidet oder in Folge einer wesentlichen Beeinträchtigung durch Alkohol, Suchtgifte oder Medikamente erleidet
  • die der Versicherte beim Lenken eines Kraftfahrzeuges erleidet, sofern er zum Lenken des Kraftfahrzeuges nicht berechtigt ist
  • die sich durch Heilmassnahmen und körperliche Eingriffe ereignen, soweit nicht ein Unfall dafür Anlass war

Die Prämie der Unfallversicherung orientiert sich an der gewählten Versicherungssumme, dem Versicherungsumfang und dem Beruf des Versicherten (Einteilung in Gefahrenklassen I und II). Ändert sich während aufrechter Vertragsdauer der Beruf des Versicherten, so ist er, um den vollen Versicherungsschutz zu behalten, verpflichtet, dies dem Versicherer unverzüglich zu melden.

 

Vertragsmöglichkeiten zur Unfallversicherung

Als Versicherungsleistung werden anlässlich eines Unfalls je nach abgeschlossenem Vertrag geboten:

  • für den Todesfall ein Kapitalbetrag an den Bezugsberechtigten
  • für bleibende Invalidität ein Betrag, der dem Grad der körperlichen Schädigung entspricht
  • für vorübergehende Invalidität (Arbeitsunfähigkeit) ein Taggeld
  • für einen unfallbedingten Spitalsaufenthalt ein Spitalgeld
  • Ersatz der anlässlich eines Unfalls aufgewendetetn Heilkosten
  • Bergungskosten
  • Rückholkosten bei Unfall im Ausland

Sämtliche Leistungen sind mit der vereinbarten Versicherungssumme begrenzt.

Darüber hinaus kennt die Unfallversicherung zahlreiche, den Erfordernissen des Einzelfalles angepasste Klauseln und Tarife auch für vorübergehenden Bedarf (z.B. bestimmte Berufe, Reisen, Sport).

Bei dauernder Invalidität infolge eines Unfalles wird der dem Prozentsatz der Invalidität entsprechende Anteil der versicherten Summe ausbezahlt. der Invaliditätsgrad ist in der sogenannten Gliedertaxe, die einen Teil des Versicherungsvertrages bildet, ersichtlich. In dieser ist der Verlust oder die völlige Funktionsfähigkeit einzelner Gliedmasse prozentuell bewertet. Bei teilweisem Verlust oder teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird ein entsprechend fachärztlicher Bewertung festgesetzter Betrag geleistet.


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Kfz-Insassen-Unfallversicherung

Die Kfz-Insassen-Unfallversicherung ist - als eine Sonderform der Unfallversicherung - eine auf die Unfallgefahren bei Benützung eines Kfz beschränkte Versicherung. Der Versicherungsschutz besteht bei Unfällen im ursächlichen Zusammenhang mit dem Lenken, Benutzen, Behandeln, dem Be- und Entladen sowie dem Einweisen des Kraftfahrzeuges oder Anhängers. Unfälle beim Ein- und Aussteigen sind mitversichert.

Die Fahrzeuginsassen-Unfallversicherung ist im Falle selbstverschuldeter Unfälle von besonderer Bedeutung, da der schuldtragende Lenker aus seiner Kfz-Haftpflichtversicherung keinerlei ersatzleistungen erhält und auf die (unter Umständen sehr niedrigen) Leistungen der Sozialversicherungsträger angewiesen ist.

Vertragsmöglichkeiten bei der Kfz-Insassen-Unfallversicherung

Pauschalsystem

Die vereinbarte Pauschalversicherungssumme gilt für das im Vertrag vereinbarte Fahrzeug. Im Versicherungsfall wird die auf die einzelnen Personen entfallende Leistung aus der Teilung der Pauschalversicherungssumme durch die Anzahl der im Unfallzeitpunkt versicherten Personen (im Regelfall alle Insassen) ermittelt.

Platzsystem

Die vereinbarte Versicherungssumme gilt für jeden kraftfahrrechtlich genehmigten Platz des im Vertrage bezeichneten Fahrzeuges. Befinden sich zur Zeit des Unfalls mehr Personen im Fahrzeug, als Plätze versichert sind, so wird die Entschädigung für die einzelnen Personen entsprechend gekürzt, auch wenn einzelne Insassen unverletzt geblieben sind.

Personensystem

Die vereinbarte Versicherungssumme gilt für die namentlich bezeichnete(n) Person(en) unabhängig von einem bestimmten Fahrzeug.